Pelztierfarm Oranienburg – oder von der Hölle zum Paradies

von Edgar Hintze

Auf der Seite: schliesst-die-nerzfarm-rossberger (*geschlossen) befindet sich eine Liste mit Pelzfarmen. Mir war aufgefallen, dass eine der Pelzfarmen im direkten Umfeld von Berlin liegt und der Liste zufolge noch als aktiv galt. Da ich wusste, dass die Pelzfarm 1991 befreit wurde befürchtete ich, dass sie wieder in Betrieb genommen worden sein könnte.

Gräbner, Werner – Edelpelztierfarm
Eichenallee 1
16515 Oranienburg
Tel.: 03301/524255

Ich wollte mir die Pelzfarm näher ansehen und stellte zum Glück fest, dass sie nach wie vor nicht in Betrieb ist. Auch die Wirtschaftsgebäude sehen völlig verfallen aus.

Dennoch ist das Haus des Pelzfarmers – das sich direkt neben der Farm befindet – noch bewohnt.

Hier sind einige Bilder von der Pelzfarm:

Die Zeit heilt alle Wunden. Auch die Pelztierhölle von Oranienburg wird nun, da sie für immer geschlossen ist nach und nach von der Natur zurückerobert.

Ich habe ein Foto von dem Loch im Zaun machen können, dass möglicherweise noch von der Nutria-Befreiung vom 09.11.1991 stammen könnte.

Am 09.11.1991 wurden aus der VEB Pelztierfarm Oranienburg-Sachsenhausen* 500 Nutrias befreit.

Der Stadtteil Sachsenhausen erlangte traurige Berühmtheit durch das KZ Sachsenhausen.

KZ und Pelztierfarm, beide Orte des Schreckens an denen man sich nicht gerne aufhält. Beide Orte stehen für Gefühlskälte und Unmenschlichkeit.

Das KZ Sachsenhausen mahnt uns nicht zuzulassen, dass sich die Verbrechen der Vergangenheit wiederholen während uns die Pelztierfarm Sachsenhausen mahnt die Verbrechen der Gegenwart endlich der Vergangenheit angehören zu lassen.

Die Nutriabefreiung wurde damals von Tierfreunden im ganzen Landkreis Oberhavel mit Freuden zur Kenntnis genommen worden. – Ich glaube es stand sogar in einigen Zeitungen.

Wirklich ein wahres Glück, dass die Havel direkt hinter der Pelztierfarm liegt. Dadurch konnten die Nutrias schnell und sicher entkommen.

Einige Käfige sind noch in der Farm zu finden.

Die Käfige waren so bemessen, dass sich die Nutria darin kaum bewegen konnten.

Absolut unverständlich wie gefühlskalt Menschen sein müssen die lebende Tiere in solche Käfige sperren.

Gut, dass zumindest in dieser Farm kein Tier mehr leiden muss.

Nutria sind zwar eigentlich nur in Südamerika heimisch, dennoch haben sich einige Nachfahren der befreiten Nutrias erfolgreich an der Havel ansiedeln können.

Ich wünschte diejenigen die damals den Mut aufbrachten die Nutria-Farm-Oranienburg zu befreien, könnten die folgenden Bilder sehen:

Der Nutria der hier grad aus der Havel kommt ist ein überlebender der Nutria-Farm-Oranienburg bzw. ein Nachfahre der damals befreiten Nutria. Bilder wie dieses zeigen, dass es sich lohnt für die Rechte der Tiere zu kämpfen.

Erstveröffentlichung 15. Februar 2005

Comments

  1. Pascal says:

    es ist schön, das dieses tier wider in Freiheit leben darf!!
    FREE ANIMALS!!!

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